Unsere Neuigkeiten

Hier informieren wir Sie in chronologischer Reihenfolge über Ereignisse rund um das ICE-Werk, Stellungnahmen der Politik und der Bahn sowie über unvermeidbare Ärgernisse und hoffentlich auch erfreulichen Entwicklungen.

30. Juni 2022 

Unsere Stellungnahme

zum Raumordnungsverfahren ICE-Werk im Raum Nürnberg

11. September 2021 
Veranstaltungshinweis

Kundgebung: INFORMIERT und EMPÖRT EUCH 


10.30—13.00 Uhr 

Ort: FSV Oberferrieden, Am Espen 13a 


mit den Sprechern der Bürgerinitiativen Ezelsdorf/Postbauer-Heng und Schwarzenbruck sowie MdL Verena Osgyan (Bündnis 90/Die Grünen), Bund Naturschutz Bayern e.V. und ggfs. weiteren politischen Vertretern. 

HINWEIS: Die Veranstaltung findet definitiv statt - gerade weil der Standort Ezelsdorf/Postbauer-Heng seit 03.09.2021 lediglich "vorläufig" vom Tisch ist! 

24. August 2021 
Das Interview

Rolf Wirth aus Burgthann interviewte Dr. Heiko Braak, ein Anwohner des ICE-Werkes Köln-Nippes. Damit Interessierte aus erster Hand erfahren, wie es sich mit einem ICE-Werk in unmittelbarer Nachbarschaft so leben lässt, ist eine Wiederholung des Interviews bei der oben angekündigten Veranstaltung am 11.09.2021 geplant. Dabei werden auch verfahrenstechnische Erfahrungen ausgetauscht. Die interessante Aufzeichnung werden wir vor der Veranstaltung im September noch nicht veröffentlichen. 




10. August 2021 
Die richtigen Dinge tun

Ich kann die damaligen Worte des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer nicht oft genug wiederholen: "Nürnberg hat sich gegen andere Standorte in der Republik durchgesetzt, ..."

Videonachweis: https://youtu.be/a2VllQeKmyE






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Nicht Raitersaich, nicht Schwarzenbruck/Mimberg, nicht Ezelsdorf/Postbauer-Heng wollten das Werk, das wollten und wollen immer noch andere. Belassen wir es dabei. 

Ich verstehe die Nürnberger Bevölkerung. Ich verstehe, dass sie sich wehrt, wenn ohne Rücksprache über ihre Köpfe hinweg eigenmächtig Großprojekte initiiert werden. 

Die Grenzen der Zumutbarkeit sind bei diesem Mega-Industriepark erreicht. Ich habe aber  keinerlei Verständnis, wenn die Wohnbevölkerung auf dem Land trotz vergleichbarer Anzahl an Betroffenen ungleicher behandelt (Gleichbehandlungsgrundsatz) und zusätzlich rücksichtslos intakte Naturflächen zerstört anstatt auf bereits versiegelte Flächen  ausgewichen werden soll. 

Angesichts der gestern veröffentlichten Warnungen des Weltklimarates können wir so doch nicht einfach zur Tagesordnung übergeben und unbeeindruckt und hemmungslos klimarelevante Wälder nieder schreddern und wertvolles Ackerland zusätzlich versiegeln. Geht's noch? 

Wann denkt die Bahn, wann denkt die Politik endlich um? Was habt Ihr nicht verstanden? Es geht jetzt nicht mehr um Rentabilität und Effizienz, sondern um Effektivität. Es reicht nun nicht mehr aus die Dinge richtig zu machen, die Verantwortlichen werden mit größtem Nachdruck von der Wählerschaft aufgefordert ENDLICH die richtigen Dinge zu tun. Zerstörung intakter ökologischer und klimabedeutsamer Flächen gehört spätestens seit gestern nicht mehr dazu. Wir haben keinen Planet B.

Denkt um, plant neu und sucht Euch bereits versiegelte Brachflächen vergangener Industrien. Was nicht passt, darf durch Umdeutung auch nicht passend gemacht werden. Es ist eine Frage der Vernunft und nicht der Opportunitäten und letztlich auch des Anstandes. 

ReutMa, 10.08.2021

04. August 2021
MdL Jürgen Mistol, GRÜNE, informiert sich über
ICE-Werk-Planungen
 

 

Gabriele Bayer, Dr. Jürgen Rupprecht und Markus Reuter, die Sprecher*innen der Bürgerinitiative „Kein ICE-Werk in Ezelsdorf / Postbauer-Heng“, haben den Landtagsabgeordneten der GRÜNEN, Jürgen Mistol zum Informationsgespräch eingeladen. 

Bildnachweis:  © Josef Wittmann

© Josef Wittmann

Der Bericht

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Gabriele Bayer, Dr. Jürgen Rupprecht und Markus Reuter, die Sprecher*innen der Bürgerinitiative „Kein ICE-Werk in Ezelsdorf / Postbauer-Heng“, haben den Landtagsabgeordneten der GRÜNEN, Jürgen Mistol zum Informationsgespräch eingeladen. 

Der Oberpfälzer Abgeordnete aus Regensburg erfuhr erst vor einigen Wochen von den Planungen der Deutschen Bahn bezüglich eines ICE-Werkes im Großraum Nürnberg erfahren.  In der Oberpfalz sind die Orte Postbauer-Heng und Pyrbaum betroffen. Auf mittelfränkischer Seit sind neben Ezelsdorf unmittelbar auch die Burgthanner Ortsteile Unter-/Oberferrieden betroffen. 
 
Bayer, Rupprecht und Reuter begrüßen die Strategie der Bahn, sowohl die Anzahl der Züge, als auch die Fahrgastzahlen deutlich zu erhöhen. Klar sei ebenfalls, dass die Bahn ein ICE-Werk für die Instandsetzung braucht.  Die drei Sprecher*innen machen Mistol klar, dass sie keinen der 9 vorgeschlagenen Standorte für geeignet halten. An allen Standorten sind die Schutzgüter Mensch und Natur betroffen, in unterschiedlichen Ausmaßen. 

Dr. Jürgen Rupprecht  macht deutlich, dass ein transparentes und nachvollziehbares Verfahren die Basis sei. Die Bahn habe einen selbsterstellten Kriterienkatalog mit 33 Punkten, nach dem die Standorte untersucht werden. Dabei gebe es wohl unterschiedliche Gewichtungen. Diese Gewichtungen werden von Seiten der Bahn bislang nicht offengelegt, geschweige denn  transparent erläutert. Eine neutrale wissenschaftliche Begleitung ist dabei nicht vorgesehen, was angesichts der Größe des Eingriffs verwunderlich ist.  Rupprecht merkt ferner an, dass noch immer keine verlässliche Klärung erfolgt sei, ob ein ICE-Werk an diesem Standort in Konflikt mit der gesetzlich festgelegten B8-Ortsumgehung gerät.
 

Markus Reuter plädierte die Standortsuche auf vorbelasteten Flächen, wie Industriebrachen zu favorisieren. Die Region Ezelsdorf/Postbauer-Heng sei durch Stromleitungen, die Bahnstrecke und die B8 schon stark belastet und leistete bereits  ihren Beitrag zur Infrastruktur für die Allgemeinheit.  Dr. Jürgen Rupprecht  kritisierte auch die Vorfestlegung auf den Großraum Nürnberg aus politischen Gründen. Bei derartigen Großprojekten sollten ausschließlich sachliche und fachliche Gründe für einen Standort sprechen. 

Gabriele Bayer, 3. Bürgermeisterin in Postbauer-Heng und Bezirksrätin verdeutlichte die Bedeutung der Naherholung für die Bürger*innen der Region. Außerdem lägen im Areal große Landschaftsschutzflächen, Biotope ein Vogelschutzgebiet und FFH-Flächen (Flora-Fauna-Habitate). 

Sorgen macht sich Bayer auch um die Entwässerung eines derartig riesigen Werkes. Aus topografischen Gründen würde die Entwässerung über Postbauer-Heng laufen müssen. Die Kläranlage in Postbauer-Heng wäre wohl zu klein für eine derartige Abwassermenge. Da Postbauer-Heng flächenmäßig sehr klein ist, wäre ein Kläranlagenneubau für ein derartiges Vorhaben nicht ohne weiteres zu realisieren. 

Die Bürgerinitiative will Rodungen von Wald unbedingt vermeiden. Klimaschutz durch den ÖPNV ist ein wichtiger Baustein zum Klimaschutz. Der Walderhalt aber eben noch viel mehr und vor allem unmittelbar. Nicht nur die Produktion von Sauerstoff und die Bindung von CO2 im Holz und im Waldboden sind essentiell wichtig, sondern auch der positive Einfluss auf den Wasserhaushalt und das Kleinklima sind wichtige Aufgaben des Waldes. 

Laut MdL Jürgen Mistol brauche es ein zusätzliches ICE Werk. Wir brauchen aber  auch überall lebenswerte Zustände. Deshalb gelte es den Standort mit den geringsten Eingriffen für Mensch und Natur zu suchen. 

Das Betriebslayout  ICE-Instandhaltungswerkes, rechnete Markus Reuter von der BI vor, sei mit 144 ha annähernd  so groß wie das Flugfeld  des Nürnberger Flughafens. Es ist 3,2 Kilometer lang und 450 Meter breit. Die zentrale Wartungshallte ist 480 Meter lang, 80 Meter breit und zwölf Meter hoch, so Rupprecht. Die letztlich insgesamt überbaute Fläche beziffert die Bahn mit rund 35 ha. 

BayeGa, 04. August 2021